Allmend (Orte\Sch\Schweiz (CH)\Bern (Kanton)\Bern (BE)\A)

 

Grunddaten

Thesaurus:Orte
Bezeichnung:Allmend
 

Historisch-Topographisches Lexikon der Stadt Bern

Lexikoneintrag:Die Existenz einer Allmend, einer allen Stadtbewohnern zur Nutzung offen stehenden Weidefläche ist 1293 als allmeinda, 1299 als allmend nachgewiesen. Noch heute wird die Allmend von der Bolligenstrasse in die Grosse und die Kleine Allmend unterteilt. Im 19. Jh. und bis in die 1930er Jahre hiess die Allmend auch Manövrierfeld, da sie sich für Übungen der Armee gut eignete. 1899 entstand auf dem nördlichsten Teil der Allmend die Ballonhalle für die Ballontruppe der Armee. Von 1910 an diente das Areal als Flugplatz. Am 30. März 1913 fand hier ein Flugtag statt. Bei der Mobilmachung Anfang August 1914 war die neu geschaffene Schweizer Fliegertruppe hier stationiert, wurde aber wegen der Unzulänglichkeiten des Platzes bereits im gleichen Monat nach Dübendorf verlegt. Der Flugbetrieb auf der Allmend endete mit der Eröffnung des Flugplatzes im Belpmoos am 14. Juli 1929. (>Ballonhalle, >Flugplatz Bethlehem). Von 1857 bis 1912 zerschnitt die Bahnlinie nach Thun die Allmend (>Station Ostermundigen). Das Bahnwärterhäuschen an der Papiermühlestrasse verschwand jedoch erst 2005. Beim Bau der >A6 wurden die Erdhügel im Nordosten der Allmend aufgeschüttet, die in der Schülersprache rasch einmal Golan hiessen, benannt nach den wenige Jahre zuvor umkämpften Höhen im syrisch-israelischen Grenzgebiet. Dass der nahe Judenfriedhof zu dieser Bezeichnung beigetragen hat, ist eher unwahrscheinlich.
Lit.: Andreas Blatter, Breitsch u drumum, Bern, 2013. pg. 58.
Lexikon Oberbegriffe:Flurnamen
Urheberangabe:Weber, Berchtold: Historisch-Topographisches Lexikon der Stadt Bern, Bern, 2016.

Dokumente im Katalog der Burgerbibliothek Bern