Feldegg (Orte\Sch\Schweiz (CH)\Bern (Kanton)\Bern (BE)\F)

 

Grunddaten

ThesaurusOrte
BezeichnungFeldegg
BeschreibungGründer des Feldeggspitals war Dr. Max Müller (1861-1953), Arzt und später Psychiater mit eigener Praxis in Bern. Mit der 1894 erfolgten Inbetriebnahme des Feldeggspitals am Fischerweg 5 verband er die Absicht, vor allem Kinder, speziell psychisch kranke, zu behandeln. Damit war er seiner Zeit möglicherweise etwas voraus; jedenfalls musste er die Feldegg 1907 aus wirtschaftlichen Gründen an ein Ärztekonsortium verkaufen. Dieses wandelte die Klinik in eine Aktiengesellschaft um und erweiterte sie um die Häuser Fischerweg 7 und 9. Die neuen Ärzte machten aus der Feldegg eine auf Chirurgie und Geburten spezialisierte Klinik. Die meisten von ihnen hatten eine eigene Praxis und behandelten ihre Patienten wenn nötig in der Feldegg. 1937 verfügte sie über 33 Betten, die sich auf 3 Klassen verteilten. Die Erstklasszimmer mit Einzelbelegung waren auf der Südseite und hatten einen Telefonanschluss; die zweite Klasse musste sich gegen Norden gerichtete Zimmer mit einem Mitpatienten teilen und bekam keine Vorspeise. In der 3. Klasse teilten sich 4 Patienten südseitig gelegene Zimmer und mussten sowohl auf Vorspeise als auch auf Dessert verzichten. Das Haus war in den 1930er-Jahren mit einer Kohlenheizung ausgestattet, in der einmal wöchentlich auch die Abfälle verbrannt wurden. Der Betrieb in der Feldegg scheint sehr familiär gewesen zu sein. Anders als in andern Spitälern durften die Frauen ihre Neugeborenen von Anfang an in ihrem Zimmer behalten, was sehr geschätzt wurde. Seit den 1940er-Jahren liessen sich offenbar auch russische Diplomaten dort behandeln, weil einer der Ärzte Russisch konnte. Zu Beginn der 1960er-Jahre kam die Feldegg erneut in wirtschaftliche Schwierigkeiten, so dass der Betrieb 1964 eingestellt werden musste. Ein Teil der Ärzte zog ins Engeriedspital um. Bis zum Abbruch des Gebäudes 1965 diente sie als Wohnheim für Rotkreuzschwestern in Ausbildung. FA Müller 1 (Nachruf!) Frick, Martha: Privatklinik Feldegg, Bern
Quelle
 

Zusatz-Infos

Historisch-Topographisches Lexikon der Stadt Bern

Lexikoneintrag:1) Kleines Landhaus an der Bolligenallee Nr. 34 mit dem um 1720 entstandenen Bauernhaus (Nr. 38) und einem Stöckli (Nr. 40).

2) Um 1830 erbautes und 1913 für die Verbreiterung der Neubrückstrasse abgebrochenes Landhaus, dessen Umschwung schon 1908 parzelliert worden war.

3) Seit den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts bis 1965 gab es eine Privatklinik und Krankenpension Feldegg am Fischerweg, heute Nr. 7–13.

4) Feldeggweg 3. Die als Verkürzung von „Kirchenfeldegg“ Feldegg genannte Villa, erbaut 1885 von Horace Edouard Davinet, ist eine der ältesten im Kirchenfeld.
Lit.: Inventar der neueren Schweizer Architektur, Band 2, Bern, 1986.
Lexikon Oberbegriffe:Spitäler
Urheberangabe:Weber, Berchtold: Historisch-Topographisches Lexikon der Stadt Bern, Bern, 2016.