Adressen- und Werbezentrale (Orte\Sch\Schweiz (CH)\Bern (Kanton)\Bern (BE)\A)

 

Grunddaten

Thesaurus:Orte
Bezeichnung:Adressen- und Werbezentrale
 

Historisch-Topographisches Lexikon der Stadt Bern

Lexikoneintrag:Sulgenrain 24. Nachdem sich die 1888 von Gottlieb Lauterburg auf privater Basis eröffnete Arbeitshütte ursprünglich an der Marzilistrasse 29 befunden hatte, verlegte sie der 1890 gegründete „Verein zur Unterstützung durch Arbeit“ 1896 an den Sulgenrain 26. Im Sinne des deutschen Theologen Friedrich v. Bodelschwingh betrieb der Verein neben der Arbeitshütte, einem Holzhandels- und -rüstbetrieb, auch eine Papier- und Lumpensortiererei, Hudelhütte oder Hadernhaus genannt, eine Schreibstube für stellenlose Kaufleute, ein Brockenhaus zur Vermittlung preisgünstiger Verbrauchsgüter und eine bald wieder aufgegebene Arbeitsvermittlung für Schuhmacher. Mit dem Erwerb des >Nägelihauses 1), 1902, konnten Brockenhaus und Schreibstube räumlich vereinigt werden. 1907 kam ein Buchantiquariat dazu. Der Verein betrieb zur Zeit des Ersten Weltkriegs zudem eine Speiseanstalt. Die Lumpensammlerei blieb auf dem Gaswerkareal und wurde erst 1931 an die Postgasse 10 verlegt. Zwei Jahre nach der Liquidation der Arbeitshütte, 1950, kamen Lumpensammlerei und das Hadernhaus (von 1960 an Sortierwerk genannt) an denSulgenrain 26. Seit 1960 heisst die Trägerorganisation „Verein für Arbeitsbeschaffung in Bern“. Schon 1954 hatte die „Schreibstube für Stellenlose“ den Namen „Adressen- und Werbezentrale Bern (AWZ)“ bekommen. 1970 konnten die Räume am heutigen Standort in Betrieb genommen werden.
Lit.: „Berner Haushalt“. 17. Juni 1970.
Urheberangabe:Weber, Berchtold: Historisch-Topographisches Lexikon der Stadt Bern, Bern, 2016.