Knabenwaisenhaus (Orte\Sch\Schweiz (CH)\Bern (Kanton)\Bern (BE)\K)

 

Grunddaten

ThesaurusOrte
BezeichnungKnabenwaisenhaus
Beschreibung
Quelle
 

Zusatz-Infos

Historisch-Topographisches Lexikon der Stadt Bern

Lexikoneintrag:Waisenhausplatz 32. Das 1657 eröffnete Zucht- und Waisenhaus im Grossen >Spital wurde 1684 aufgelöst. Die 1757 provisorisch eröffnete Waisenanstalt von Albrecht von Haller, Johann Anton Herport und Samuel Engel wurde 1779 durch Ratsbeschluss zur bleibenden Einrichtung. Der Neubau auf der Tschiffelibesitzung am Waisenhausplatz nach Plänen von Ludwig Emanuel (II) Zehender und Samuel Jakob lmhoof entstand 1782/86 und diente von 1786 bis 1938 als Knabenwaisenhaus. Das nachher mit dem >Mädchenwaisenhaus vereinigte Knabenwaisenhaus bildete neu das Burgerliche >Waisenhaus und bezog 1938 den Neubau am Melchenbühlweg. Von Anfang Dezember 1942 an befand sich im alten Knabenwaisenhaus das Hauptquartier der Stadtpolizei. 1958 entstand der Erweiterungsbau an der Hodlerstrasse. Der 1972 renovierte Gitterzaun stammt von 1859. In den Jahren 1987/89 wurde das Gebäude auf der Nordseite erweitert und anlässlich des Ausbaus der Metro-Garage (2000/04) grundlegend renoviert. Mit der Fusion der Polizeikorps von Stadt und Kanton Bern wurde auf den 1. Januar 2008 das Kommando der Kantonspolizei hierher verlegt. Das frühere Hauptquartier der Stadtpolizei heisst jetzt Polizeistützpunkt Mitte.
Standorte des Knabenwaisenhauses vor 1786: 1657–1684: Westflügel des >Predigerklosters, Predigergasse 3 u. 5; 1757–1759: Ernst-Besitzung: Südostecke des Hauses Speichergasse 6; 1759–1786: Engel-Besitzung, Daniel Engels Landhaus, Westflügel des obgenannten Hauses.
Lit.: Paul Hofer, Kunstdenkmäler der Stadt Bern, Band I, Basel, 1952; Hans Morgenthaler, Die Burgerlichen Waisenhäuser der Stadt Bern, Bern 1948; Bernhard Furrer, Denkmalpflege in der Stadt Bern, 2001-2004, in Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde 2005, Heft 2 und 3. pg. 90f.
Urheberangabe:Weber, Berchtold: Historisch-Topographisches Lexikon der Stadt Bern, Bern, 2016.