Vennerbrunnen (Orte\Sch\Schweiz (CH)\Bern (Kanton)\Bern (BE)\V)

 

Grunddaten

Thesaurus:Orte
Bezeichnung:Vennerbrunnen
 

Historisch-Topographisches Lexikon der Stadt Bern

Lexikoneintrag:Seit der Mitte des 14. Jahrhundert stand auf dem >Schwendplatz (oben am >Nydeggstalden) ein hölzerner Brunnen, der 1542 durch einen steinernen mit der Vennerfigur von Hans Gieng ersetzt wurde. Dieser Staldenbrunnen hiess seit 1680 Vierröhrenbrunnen wegen der vier kunstvollen Röhren, auf denen je ein Bärlein hockte. Karl Howald nennt ihn wegen der >Wendschatzgasse auch Wendschatzbrunnen. Politisch motivierter Vandalismus schlug der Figur 1798 den rechten Unterarm mit dem Banner weg, ebenso die auf den Röhren sitzenden Bärlein. Der Brunnen wurde 1844 (Bau der >Nydeggbrücke) entfernt. Von 1880 bis 1913 standen Figur und Kapitell auf dem >Amthausgassbrunnen. Seit 1913 steht die Vennerfigur auf dem Vennerbrunnen am Rathausplatz, dessen Becken vom >Amthausgassbrunnen stammt und dessen Stock 1925 um 60 cm erhöht worden ist. Seit 1976 steht eine von Hans Dubi geschaffene Kopie der Figur auf dem Brunnen. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts hat Karl Howald fälschlicherweise die Figur auf dem Vennerbrunnen mit einem der Venner Brüggler in Verbindung gebracht und nannte den Brunnen auch Brügglerbrunnen. Die Familie Brüggler hatte zwar 1448 das Venneramt erstmals inne, doch ist die Brunnenfigur nicht das Denkmal einer bestimmten Person, sondern stellt einen Venner schlechthin dar. (>Brügglerweg).
Standort: Vor dem Haus Rathausplatz 1.
Lit.: Paul Hofer, Kunstdenkmäler der Stadt Bern, Band I, Basel, 1952; Freundliche Mitteilung des Direktors der Schweizerischen Volksbibliothek.
Lexikon Oberbegriffe:Brunnen
Urheberangabe:Weber, Berchtold: Historisch-Topographisches Lexikon der Stadt Bern, Bern, 2016.

Dokumente im Katalog der Burgerbibliothek Bern